Archiv für den Monat: Oktober 2011

Über den Stil von E-Mails

Viele Leute beschweren sich, dass E-Mails unpersönlich und leicht falsch zu verstehen wären. Dabei handelt es sich bei E-Mails um ganz normale Gespräche in elektronischer Form. Sie haben gegenüber Telefongesprächen den Vorteil, dass sie eigentlich nie stören. Man kann sie lesen und beantworten, wenn Zeit dazu ist.

Der Umkehrschluss ist daraus, dass sie auch wie ein Gespräch geführt werden sollten…

Wenn ich irgendwo hinkomme und einen Raum betrete, dann beginne ich erstmal mit einem freundlichen „Hallo“ oder „Guten Tag“. Und wenn ich wieder gehe verlasse ich das Gespäch mit einem „Tschüss“ oder „Ade“. Stürme ich aber grußlos in ein Zimmer, spreche nicht, sondern schreie oder befehle (Imperativ / Befehlsform, also Sätze mit einem Ausrufezeichen am Schluss), so wird das jeder als aggressive Handlung deuten. Das verhält sich bei E-Mails aber völlig identisch. E-Mails ohne Anrede und Grüß und mit vielen Ausrufezeichen können nur als aggressiv und unfreundlich aufgefasst werden; da helfen dann auch Smilies nicht mehr viel.

Würde also jeder E-Mails so verschicken, wie er auch Gespräche führt, so wäre Missverständnisse eigentlich fast ausgeschlossen. Und wenn dann der Empfänger/Leser nur das aus E-Mails heraus liest, was dort auch steht und nicht irgendwelche Sachen hinein interpretiert, so könnten E-Mails die perfekte Art der Kommunikation sein.

BTW: Das „zwischen den Zeilen lesen“ rührt von handgeschriebenem; also aus der Zeit, wo sich geschriebenes von einem Blatt zum anderen durchdrückte. Das sollte im Zeitalter von elektronischer Kommunikation eigentlich ausgeschlossen sein.